The Bassman Speaks!

I: Dann wollen wir mal. [Eine Wählscheibe wählt – Wir sind offenbar in einem sehr alten Film]
S: Hallo.
I: Ja, Hallo. Warum rufen Sie mich an?
S: Sie haben mich angerufen!
I: Nein! Sie haben mich doch gerade angerufen. Ich bin doch gerade rangegangen, oder nicht?
S: Nein, Sie haben mich angerufen.
I: Ja, gut. Sie haben recht, ich habe angerufen. Ich geb’s zu. Jawohl. Nun, wie verbleiben wir denn jetzt?
S: ….
I: Ah jetzt fällt es mir glatt wieder ein, warum ich angerufen habe. Ich habe ein paar Fragen an Sie. Sie spielen Bass, oder?
S: Ja.
I: Seit wann?
S: Seit meinem 15. Lebensjahr.
I: Wow. Immer nur Bass?
S: Nein. Ich spiele auch Gitarre und Klavier.
I: Und warum spielen Sie Bass?
S: Gitarre und Schlagzeug waren schon besetzt.
I: Was tragen Sie mit ihrem Spiel zur Musik von key/storm bei?
S: Ich versuche, die musikalischen Ideen von Hartmut nach seinen Vorstellungen umzusetzen. [Oh Mann, das gibt noch Diskussionen! Wo – bitte – bleiben denn DEINE Vorstellungen?]
I: Was ist für Sie Musik?
S: Das hängt ganz von der Situation ab: beim Konzert ist sie Herausforderung, im Proberaum Spaß und Anstrengung zugleich, in den eigenen vier Wänden Entspannung. Eigene Stücke sind Ausdruck meiner eigenen Gefühlswelt und eine Art geistiger Erfüllung. Musik ist ein Stück Leben.
I: Haben Sie ein Lieblingsstück?
S: Nein.
I: Warum nicht?
S: Ich weiß nicht wie ich mich auf ein einziges Stück festlegen soll. Vermutlich wäre es irgendein romantisches Klavierstück. Auch wenn es sich nicht trennen lässt – der reine Hörgenuss ist mir wichtiger als die kompositorische Leistung. Stücke der eigenen Band kommen grundsätzlich nicht in Frage, weil man sie so viel üben muss.
I: Der Drummer sagt, Sie machen noch woanders Musik?
S: Ja, in einer instrumentalen Rockband namens Yavin 5. Nikolaus, ich und zwei Gitarristen aus Leipzig. Jemand sagte mal über uns, wir klingen wie eine B-Seite von King Crimson.
I: Ihr Zugang zu Musik?
S: Instinktiv.
I: Was machen Sie außer Musik?
S: Ernährungswissenschaften studieren und Halbmarathons laufen.
I: Wie hängt das zusammen?
S: Was mir beim Studium an klarem Ziel fehlt, ist beim Laufen von Anfang an da.
I: Welches ist das beste Obst der Welt?
S: Avocado.
I: Macht es Ihnen etwas aus, daß key/storms Bandmitglieder sehr unterschiedliche musikalische Hintergründe haben?
S: Nein, das kommt mir entgegen. So lerne ich Neues kennen, was wiederum Lust auf Neues macht. Ein Beispiel dafür ist der instrumentale Choral am Ende von Dante: Inferno.
I: Haben Sie einen Musikerwitz?
S: Wieviele Gitarristen braucht man, um eine Glühbirne einzuschrauben? – Zehn! Einen, der sie einschraubt und neun andere, die sagen: „Das hätte ich auch gekonnt!“

key/storm Open Air am 20.05.2017 18 Uhr in Stendal

Brexit, Trump, Erdogan, Le Pen, Bernd Höcke – egal!

Wir waren open air im Garten, es war bestes Wetter, wir fanden´s gut. Das Publikum auch – jedenfalls sagte keiner  was anderes.

hope for the better

war das Motto. Irgendwann kommt das Lied auch mal hier vor. Bis dahin wird es bei den nächsten Live-Auftritten zu hören sein.

Wir starten jetzt neu.

Wir starten jetzt nochmal neu. Die website ist kaputt und ich bin´s auch leid, den alten Krempel immer wieder zu sehen. Also alles weg und noch mal von vorn.

 

Trotzdem: erzähl doch mal, wie es anfing.

Also es ging vor Jahren los mit Nikolaus und mir – piano + drums. Das machen wir immer noch ganz gerne. Damals ein Yamaha CP70 – der fetteste Rockpiano-Klang mit unendlichem Sustain. Das habe ich immer noch.

 

Spielst Du´s noch?

Schon lange nicht mehr. Es verträgt sich schlecht mit dem Bass von Marcel, denn alle immer Biff nennen. Da bin ich auf einen schlankeren Klavierklang gegangen und habe die Hammond-Orgel – auch ein altes Faible von mir – dazugenommen.

 

Und es gibt Gesang.

Richtig. Der ist eigentlich das komplexeste Element der Band. Meine liebste Ehefrau und ich im Duett. Man hört – ich höre – schon immer nach ein paar Tönen, wie einig wir uns sind – oder eben nicht. Das ist manchmal auch ein Problem: ich habe eine Vorstellung, wie es klingen muß. Aber ich schreibe ja auch die Stücke. Dann gibt es schon mal atmosphärische Störungen. Angeblich ist das meine Schuld. Was einfach klingt ist manchmal schwierig zu singen. Da steckt dann auch Arbeit für alle Musiker drin.

 

Was ist das Ziel?

Ein Formationsflug? Ein perfekter Spielzug beim Eishockey? Vier Jongleure mit sechzehn Tellern in der Luft? Alle Töne total miteinander zu verbinden. Wie eine Unzahl von Fäden, die den Stoff ausmachen. Betrachtet man sie alle zusammen: ein buntes Kleid. Zieh sie auseinander und was hast Du? Fusseln. Der Reiz besteht darin, sie ständig neu zu verweben. Und ein Muster erkennen zu lassen.